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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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Dichtung und Fabel.

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scheine? Und woher käme abermals das Langweiligeund Nutzlose vieler unsrer Fabelbücher, als unterandern auch von jenen wankenden, dürren Tobten-gestalten allgemeiner, unbestimmter, vielleicht unan-wenddarer Lehren, zu deren Anerkenntnis der Leserdie Mühe seiner Fabelrcise schwerlich bedurfte. Dasschone Anziehende der Fabeln Aesops u. d andreralten Dichter, entsprang eben daraus, das; die Fa-bel anfeinen gegenwärtigen Fall des Lebenseinen äußerst-passenden Fall der Dichtung darstellie,in welchem kein Umstand vergeblich war, der nichteben der gegenwärtigen Situation Licht und Lebengeschenkt hätte. Aus der Fabel mit der abstrakte!,Lehre ist diese anziehende Seele der Fab:! rerschwun-dcn; ein nackter Körper hängt am Kreuz: da, unddie Aufschrift dessen, was er bedeuten soll, hängtunter dem Kreuze. Jeder Lehrer, der seinem Lehr-linge eine Fabel dieser Art nur einigermaßen nütz-lich machen will, muß zu ihr eine zweite fehlendeHalste, den Fall der Anwendung nämlich, so guter kann, erfinden; oder er ziert den Kopf des Kin-des mit einem trocknen Attgcmeinsatz, und erndtetleere Hülsen."

Es giebt also eigentlich keine einfache Fabel;jede ist zusammengesetzt aus dem wirklichen Fall,auf welchen sic angewandt werden soll, und aus demerdichteten, den eben für ihn der Fabellehrer aus-sann. Daß die schriftlichen Sammler der FabelnAesops die Eine, die wahre und wirkliche Situationnämlich, oft ausließcn, kam daher, daß sie solcheentweder nicht wußten, oder daß sic sich die Müheverkürzten. Sic setzten dafür eine nackte, bisweilen