dcr Fuchs muß ein Fuchs sei)», bis an's Ent«seines Lebens." Eine Fabclmoral, die alle Moralaufhübe.
„Aesop, sagt Lessing, machte die meisten seinerFabel» bey wirklichen Vorfällen. Er mußte also dieÄhnlichkeit seiner erdichteten Geschichte niit dem ge-genwärtigen Vorfall faßlich machen, und zeigen,daß aus beiden sich eben dieselbe Wahrheit bereitsergebe, oder gewiß ergeben werde." *) Ist dieß,(und dcr Umstand ist eben so bekannt als unlaug-bar;) so war's offenbar weder eine abstracte Wahr-heit, noch ein allgemeiner moralischer Satz, auswelche der Fabeldichter arbeitete; cs war ein be-sondrer praktischer Sah, eine Erfah-rt! ngsleh re für eine bestimmte Situa-tion des Lebens, die-er in einer ähnlichen Si-tuation anschaulich und für den gegenwärtigen be-stimmten Vorfall anwendbar machen wollte. Undhicmit ist unsre Frage auf's deutlichste beantwortet.
Nun unterscheidet man zwar zwischen einfa-chen und zusammengesetzten Fabeln; „jene,sagt man, se» die Fabel mit dcr bloßen Lehre, diesemit dem Fall der Anwendung zugleich." Allein,was ist eine Lehre ohne Anwendung? Muß, wenndie Fabel von mir gefaßt werden soll, ich mir beidem abstrakten Satz derselben nicht sogleich einen "be-stimmten Fall denken, in welchem er mir wieder er-