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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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Dichtung und Fabel. 3z

will: so ist nichts leichter, aber auch nichts arm-

seliger, als. die Fabeldichtung.

Also, sagt man gemeiniglich, scy es ein allge-meiner moralischer Satz, der in der Fabelerscheine.

Ein allgemeiner moralischer Satz? In-dessen geh ich der besten Fabeldichter beste Fabelndurch, und finde in einer beträchtlichen Anzahl der-selben nicht eben einen moralischen Satz k.nnt-lich, oder das Wort müßte in einem eignen Sinnegenommen werdui. Oft sind es wirklich nur inte-ressante E r fa h rungssatze, Regeln der Klugheitu. f.; auf welche in sehr schonen Dichtungen derDichter cs anlegte. Ueberdem ist das Wortmo-ralischer Satz" an sich unbestimmt und undeut-lich. Soll es eine wirkliche Pflicht der Moral seyn,die mich Tbicrc lehren? Wie konnte ich diese voneinem Thier, einem an sich unmoralischen Wesen,das nur i» seinem Charakter handelt, und nur inihm handeln muß, lernen? Der Fuchs bleibt im-mer ein Fuchs, der Wolf ein Wolf, der Löwe einLowe; und ich laufe Gefahr, die ungerechtesten,für uns unsittlichsten Allqcmeinsätzc zu abstrahiren,wenn ich dem instinktmäßigen Betragen dieser Tbiereblind folgte. Da wäre keine Gewaltsamkeit, keineList, keine blutdürstige Frechheit, die sich nicht ausdem Beispiel eines Thiers durch eine Fabel beschöni-gen ließe, so daß eben aus der durchgängigen Be-standheit ihres Charakters zuletzt kein and-rer, als der allgemeine Fäbelsatz folgte:jeder geheseinem Instinkt mit Thierbestandheit nach: denn