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I. Uebcr Bild,
Mich dünkt, soweit als der Fabulist sichgetrauet, seiner gedichteten HandlungWahrheit, Lebhaftigkeit und Klarheit,kur; der Lehre, die er im Sinn fübret,Anschauung geben zu können. Weiterlassen sich hur keine Grenzen zeichnen. Einer Na-tion, die unter Baumen lebt, spreche» die Bäume:cs ist hier nicht anstößig, daß Einer vor dem An-dern König scyn will, denn wie verschieden ist dasAnsehen, der Nutzen und Rang der Bäume demsinnlichen Menschen! Es ist ihr nicht befremdend,dass Ein Baum die Tochter des Andern zur Brautbegehret: denn sie kennet die Geschlechter der Bäu-
me , und hat selbst Baume durch Bäume eiuim-pfend veredelt. Ihre Sprache ist dazu eingerichtet,daß Ausdrücke solcher Art, z. B. die Tochter desBaumes, der König der Baume, durchaus nichtsAuffallendes mehr habe», weil sie in andern Dich-tungen langst und kühner gebraucht sind. So er-zählte Jotham, *) so ließ Joas eine külme Baum-fabcl dem werbenden Könige zur Antwort sagen, **)und in beiden Fallen war der Sinn der Dichtungkeinem Zuhörer fremde. Gleiehergestalt werden beiallen sinnlich^Völkern Berge, Flüsse, Quellen,Sonne und Mond, Gestirne, Wind, Wolken fürbeseelt geachtet, und es liegt sodann nicht ausser derSphäre ibrer Anschauung, wenn Geister der Berge,der Ströme, der Quellen, der Gestirne, wennWind und Wolke zu einander sprechen, und gegen
*) Richter g, 7.
s*) 2. Kön. il», g.