Dichtung Und Fabel.
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der Natur selbst vorgezcichnet. Wollen wir dießWahrluic und Wahrscheinlichkeit nennen; so wardiese W a h rhei t der Analogie, mit der ihrbeiwohnenden Lebhaftigkeit und Klarheit,die Ursache der Fabel: denn eben dadurch gewannsic alle drei Stücke, die ein Bild oder eine Allegoriehaben Muß, um sich der menschlichen Seele zu em-pfehlen. Unter dieser Wabrheit, Lebhaftigkeit undKlarheit war nun sowohl die Bestandheit derTbieccharaktere, als ihre Verschiedenheit,Mithin der Reichthum, die abwechselnde Neu-heit, das Unerwartete der Belehrung,die anschaulichste Einfalt, ja Alles enthalten, wasman sonst von der Thierfabel zu rühmen pfleget;wovon doch das meiste sich aus anschaulicheAehnlichkcit znrückführen ließe. Die äsopischeFabel nämlich war gleichsam die Grenze zwischenDichtung und Moral. Sie flog durch alle Raumeder Natur, ja durch ein „man sagt" in die vorigeZeit zurück, lind sog aus allem, was ehemals sinn-liche Anschauung gewesen war, den Saft einer Lehre.Aus diesem Standort muß Man sie, wie mich dünkt,nie entfernen: denn von abstrncten Philosophen fürabstrakte Philosophen ward sie nicht erfunden. Alsowird sich auch sogleich die Zweite Frage beantworten:
2. Wie müssen die Thiere in der Fabelhandeln? Als Thiere oder alsMenschen?
Mich dünkt, als Thiere; aber M ru-sche n - a h n l i c h. Die anschauliche Wahrhrikund sinnliche Ueberzeugung beruhet ja eben darauf,
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