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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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7. Uebcr Bild,

Lebens webtcn sich zusammen; und so wenig jeneeine reine Physik waren, so wenig waren diese einereine Geschichte. Zn keiner von beiden aber wollteder menschliche Geist geflissentlich weder dichten, nochlügen; er schauete an, und bemerkte; er drucktesich, so gut er konnte, in einer mit dem Gegen-stände nicht zusammenhängenden, unvollkommenen,symbolischen Sprache aus, und was noch misslicherist, er erzählte. Bon Kind zu Kind ging dieSage fort, und alle Dichtungen derselben wuchsen,wie der gewalzte Schneeball, in Gutem und Bösem.So schritt die Sage, als eine Tochter des Gedächt-nisses, weiter, bis sie K u n s t ward , und dieseKunst hieß Dichtkunst. Das rohe Gold wardgepraget, und die Sage selbst war's, die diesePrägekunst aufbrachtc.

Jeder Erzähler nämlich will gut erzählen, undda er als Unterrichter der Weisere ist, so will erauch seinen Unterricht angenehm, dauerhaft, leb-haft, kur; auf die vollkommenste Weise cinpragcn.Hiemit war die Dichtkunst erfunden. Dieser Er-zähler nämlich erfand seinem ererbten oder erworbenenGedanken neue, stärkere, lebhafte, liebliche Bilderund Worte; jener den Worten abgemessene Sylben-maaße, liebliche Töne. Die Eeberdensprache brachteden Accent, die Modulation des Tanzes ausgesuchteMetra in die Rede, und so war, ohne daß manbeinah wußte, durch wen? die Dichtkunst da. JedeNation, die sie nicht aus der Eltern Hause mit-brächte, erfand die ihrige, und mit jeder neuenForm nahm Bild, Sage und Dichtung auch eineneue schönere Gestalt an. Bei allen Völkern also,