I. Uebcr Bild,
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geben. Jedes Kunstwerk hat seinen Ton, seinesortgchaltene Melodie, in der nichts verschreien,nichts verstummen muß; eine wachsende oder abneh-mende Empfindung stimmt diese Modulation vonAnfänge bis zu Ende. So ists mit der Arbeit ei-nes jeden Dichters, Schriftstellers und Künstlers:rr haucht dem Werk seinen Genius ein, daß esseinen Ton tönet. Lebhaftigkeit der Bilder istnirgend weder der Wahrheit noch Klarheit der-selben entgegen; sie muß, wenn sie rechter Art ist,von jener unterstützt werden, und diese befördern.Selbst die sogenannte Verwirrung der Ode ist eineVerwirrung nach Regeln, d. i. eine höhere Ord-nung.
Da nämlich in der Natur der Dinge keinerunsrer Sinne für sich allein wirket, und wir im-mer eine Aeols-Harfe sind , sofern wir von man-cherlei Winden und Elementen belebt werden: soberuhet die Lebhaftigkeit der Vorstel-lung gerade auf der Mannigfaltig-keit dessen, was wir beim Genuß die-ses Gegenstandes damals auf Einmalfühlten. Der innere poetische Sinn weiß diesesso wahr und genau zusammen zu knüpfen, daßwir in seiner Kunstwelt abermals seine ganze leben-dige Welt suhlen: denn eben die kleinen Umstande,die der kalte Verstand nicht bemerkt hatte, und dieder kältere Afterverstand als Ueberfluß wegstreichet,sind gerade die wahresten Striche des cigenthümli-chcn Gefühls, also auch eben dieser Wahrheit wegenvon der entschiedensten Wirkung. Der sogenannte
Ueber-