Dichtung und Fabel.
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Utberflusi in Homers Gleichnissen macht alle dieseGleichnisse erst lebendig: er setzet sie nämlich in
Handlung und Bewegung, und so muß das leben-dige Geschöpf nothwendig seine Glieder regen. Schnei-det diese ab; der todte Rumpf wird weder stehen,noch wandeln.
Das Weitere, daS ich über diese Materie zusagen hatte, verspüre ich auf eine Zergliederung derAllegorie, sofern solche der Philosoph, derDichter und Künstler, und zwar jeder inmancherlei Gattungen seiner Werke, zu mancherleiZwecken brauchet. Hier sey es qnug für uns, dasunerschütterliche Axiom zu bemerken, daß die ganzeWelt für ein fühlloses Wesen eine todte Masse, füreinen verworrenen Geist ein Chaos von Karben,und für ein flaches Gefäß auch eine flache Tafelsey, ohne innere Zuverlässigkeit und Wahrheit. Jegenauer wir aber Wahrheit bemerken, je lebhafterund tiefer wir sie fühlen, desto mehr schildern wirWahrheit, wir mögen sie in Bildern oder in Em-pfindungen und Tönen betrachten. Alle diese Dingefließen zusammen, und bestimmen sich zuletzt Nachdem Gegenstände, den das Gemahlde der Naturvorstcllt, nach dem Standpunkt, in welchem manes flehet, nach dem Organ oder Ton der Empfin-dung, mit welchem man es zeichnet und bemerket.Es wird hievon die Rede sehn, wenn wir das schönsteGemahlde der menschlichen Sprache, die lyrische^ Poesie, insonderheit die Ode in nähere Bctrach-. tung ziehen werden.
Herders W.Lit.u.Kunst. XHl. B