Dichtung und Fabel.
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kraucht werden soll; nach innern Regeln des Ver-standes und Bewußtseins muß sic cs brauchen ler-nen, wie dieses Kunstwcrk in seinem Zweck, zuseiner Zeit, nach seinem Ort, nach der Empssn-dungsact des Künstlers und Liebhabers das Bildfedert.
Man nehme z. B. Eine und dieselbe Allegorie,Ein und dasselbe Gleichnis!, und welle sie in einemmathematisch-philosophischen Buch, oder in einerRede, einem Lehrgedicht, einem Liede, einer Ode,einer Epepce, in einem Trauer-Lust-Spiel und wowAß ich mehr? anwenden. Sagt uns nicht der in-nere Sinn, dass an keinem dieser .Orte das Bildausgeführt werden könne, wie am andern? EineAllegorie im Trinkliede oder in einem philosophischenGespräch des Plato, in Aeschylus Chören oder inAristophancS Sccncn, in einem Bilde Lpsippus oderin einem Gemahlde Apellcs wird ein ganz anderWerk, wenn sie auch allenthalben denselben Gegen-stand schilderte. Verfolgt man nun diese Verschie-denheit durch alle Situationen des Gedichts undKunstwerks, durch alle Leidenschaften des Dichtersund Künstlers, durch jede Veränderung der Naticnal-Dcnkart, der Zeit, Sprache, der veranlassendenUmstande u. f.; so sehe ich nicht, was für allge-meine Regeln jedes besondcrn Falles übri; b'i.ben,außer sofern sie im Begriff der Allegorieselbst, und in der Natur des bilder-dichtenden Verstandes durch eine innereNothwendigkcit geg.ben sind, Wahrheit, Leb-haftigkeit, Klarheit. Jedes Sylbenmaas so-gar, jeder Ton des Liedes schattiert die Bilder der