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I. lieber Bild,
Lebhaftigkeit der Wahrheit nicht schade, sondernaufhelse, und sic zu ihrem Zweck fördere.
4. Es wird hieraus deutlich, daß, da eigentlichnur der innere Sinn des Menschen der Bildner ist,der durch's Auge und durch jedes andre Organ sichnach innern Regeln Gestalten schafft, und das Ge-fundene Eines Sinnes allen andern, so weit erkann, mitthcilet; auch dieser innere Sinn, d. i.die Regel des Verstandes und Bewußt-seyns der einzige Maasstab seyn könne,wie in jedem Werk, in jedem System der Kunstoder des Vortrages ein Bild gestellet, ge-wandt, ausgemahlt, kurz, zu welchemGrad der Wahrheit, Lebhaftigkeitund Klarheit cs in jedem Zuge ge-bracht werden dürfe. Allgemeine mechanischeRegeln helfen hier nichts: denn, wie gesagt, esliegt nicht in den Dingen außer uns allein, warwir in ihnen sehen, sondern vorzüglich an dem Or-gan, das da sichet, und an dem innern Sinne, dengewahr wird. Die Fliege sicht eine andre Welt, alsdie Schnecke; der Fisch eine andre, als der Mensch;und doch sehen sic alle nach denselben Regeln derWahrheit, Lebhaftigkeit und Klarheit Eine und die-selbe Schöpfung. So ist's mit jedem verändertenGesichtspunkt und Tageslichte: so zuweilen mit je-der veränderten Disposition unseres Körpers undunsrer Seele. Die Regeln indeß der Vorstellungund Empfindung bleiben dieselben; ja durch jedenFall der Veränderung wird ihre innere Wahrheit be-wahret. Also ist cs thöricht, der Seele vorzuschrei-hen , wie irgend Ein Bild der Natur von ihr ge-