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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
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Dichtung und Fabel. r»

der Seele ibre Art und ibren Grad dieser Eigen-schaften : Einer der Sinne kenn und muß den an-dern einschränken; auch die besondein Zwecke derDarstellung jedes Bildes müssen ''einen Gesichts-punkt, mithin auch seine ganze Zeichnung jedesmalverändern; die inncrn Regeln seiner Vollkommenheitaber bleiben demunqcachtet immer dieselben. Warees unscrm Bau und der harmonischen Stimmungunsrer Seelcnkraste nach möglich, daß in EinemGegenstände für uns sich Wahrheit, Lebbaftigkeitund Klarheit in gleichem Grade verbinden ließen;warum sollten sie nicht mit cinand r dürfe» verbun-den werden? In Gott ist die höchste Wahrheit,Lebhaftigkeit und Klarheit, ohne daß Eine diesicEigenschaften die andre schwächt, ohne daß er sichEiner derselben schämen dürste. Es ist also nur einVettelstolz der sogenannten obern Kräfte der Seele,daß sie sich ihrer Schwestern, die sie verächtlich dieniedcrn nennen, als unachter Geschwister oder alsdienender Mägde schämen. Von Sinnen und derErfabrung gehet unser Erkcnntniß aus, und aufsie kommt alles zurück: ohne Glieder und Organe,'

ohne Phantasie lind Gedächtniß hat der Verstandnichts, womit er sich beschäftige, die Vernunftnichts, worüber sie brüte, die Symbolik nichts,das sie durch Zeichen ausdrücken möge. Wahrbcitund Lebhaftigkeit der Bilder tragen also selbst zuihrer Deutlichkeit und Klarheit bei; so daß, ohnejene, alle Abstraktion nur Täuschung wäre. Tas^höchste Gesetz der Vollkommenheit in allen Wissen-schaften und Künsten kann also nur seyn, daß demZweck der Vorstellung gemäß Eine Eigenschaft derandern, z. B. die Klarheit der Lebhaftigkeit, die