io I. Ueber Bild,
Gesicht mit dem Namen so wenig gemein, daßsie gleichsam nur durch unsre Wahrnehmung, durchdie Empfindung eines viel-organifirten Geschöpfs,das durch mehrere Sinne Mehreres auf Ein-mal empfindet, an einander grenzen. Blos dieM i tth e i l b a r k c i t, die Eommunikabilitat unsrermehreren Sinne gegen einander, und die Harmo-nie zwischen ihnen, auf welcher diese Mitthei-lunq ruhet; nur sie macht die innere Form oder diesogenannte Perfectibilitat des Menschen. Hättenwir nur Einen Sinn , und hingen mit der Schö-pfung gleichsam nur von Einer Weltscite zusammen,wäre kein Umsatz der Sachen in Bilder, der Bilderin Worte oder andre Zeichen für uns möglich: so
lebe wohl, Vernunft des Menschen! Mit einerzehnfach großem Intuition, wenn sie blos einseitigund von keinen andern Sinnen unterstützt wäre,bliebe das anschauende Wesen ein viel unvollkomme-neres Geschöpf, als jetzt, da cs seinen sparsamenReichthum so häufig umsetzen kann, und dabei sichimmer die Mühe geben muß, ihn frisch zu bearbei-ten, ihm eine neue Gestalt zu geben. Er passirtdurch das Thor eines andern Sinnes, und bekommtnach andrer Lebensart und zu anderm Gebrauch auchein anderes Gepräge.
3. Unbeachtet der vcr'chicdnen Namen, mitwelchen man die Seelenkräftc, die mit Bildern unddem Ausdruck derselben umgehn, bezeichnet; so sinddoch allen diesen Kräften dieselben Gesetze derVollkommenheit eines Bildes vorgezeich-nct; Wahrheit nämlich, Lebhaftigkeit undKlarheit. Zwar hat jeder Sinn und jede Kraft