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einem Dir theuren Wesen nützlich zu werden, als einen Zoll, wel-chen der reuige Sünder gerne der Tugend abträgt. Du weißt, ichbin der Letzte meines Geschlechts, und es bleibt mir keine andereWahl, als mein Eigenthum an ein Gotteshaus zu vergaben, Goldund Güter meinem Lehensherrn zu überlassen, oder dieß zu thun."
„ES dürfte wohl nicht leicht seyn, diesen Wechsel zu erwirken,da er so sehr im Widerspruch mit den Interessen des Churfürsten steht."
„Dafür ist gesorgt; eine vorläufige LehenSgabe hat den Wegangebahnt, und diese Dokumente enthalten Alles, was nöihig ist,um den jungen Berchthold zu meinem Vertreter und Erben ein-zusetzen."
„Freund! — theurer, edelmüthiger Freund!" rief die Mutterbis zu Thränen bewegt; denn sie sah in diesem Augenblicke nichts,als das gesicherte Glück ihres Kindes, und den jungen Berchtholdin einer Lage, die alle seine früheren Hoffnungen überbot — „groß-müthiger, edler Odo!"
Der Einsiedler erhob sich und übergab ihr das Pergament inder Weise eines Mannes, welcher längst für einen derartigen Aktvorbereitet ist.
„Und nun diese feierliche und gebieterische Pflicht erfüllt ist,Ulrika," sagte er mit erzwungener Ruhe', „bleibt uns nichts mehrübrig, als der letzte Abschied."
„Abschied? — Du mußt bei Meta und Berchthold leben —das Schloß Nitterstein wird Dir ein Ruheplätzchen bieten nach soviel Gram und Leiden."
„Dies darf nicht geschehen — mein Gelübde, meine Pflichten,und, ich fürchte, Ulrika, auch meine Klugheit verbieten es."
„Deine Klugheit! Du bist nicht mehr jung, theurer Odo —die Entbehrungen, aus denen Du Dir bisher nichts machtest, wer-den Dich bei der Zunahme der Jahre schwer bedrücken, und wirkönnten uns nicht glücklich fühlen in dem Bewußtseyn, daß Du um