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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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den reinen Quelle, der niei'nige dagegen dem wilden trüben Sturzeeines Bergstromes. Wohl hattest Du Recht, Ulrika, als Du sagtest,Gott habe uns nicht für einander geschaffen."

Was auch die Natur gethan haben mag, um unsere Neigungenund Wünsche zusammen zu führen, Odo, so haben doch die Vor-sehung und der Lauf der Welt trennend sich zwischen mich undDich gelegt."

Der Einsiedler blickte die milde Sprecherin mit so starren undblitzenden Augen an, daß sie ihre eigenen zu Boden schlug.

Nein," murmelte er hastig vor sich hin;der Himmel hateine andere Bestimmung als die Erde der Löwe einen anderenTrieb, als das Lamm."

Laß mich nichts mehr von einer solchen Selbstherabwürdigunghören, armer Odo. Wir wollen nicht leugnen, daß Du gefehlthast denn wer ist ohne Tadel? Aber dennoch verdienst Dunicht diese halten Beiworte, die Dir Niemand beizulegen wagenwürde, als Du selbst."

In einem ereignißreichen, wildbewegten Leben habe ich aufviele Räihsel getroffen, Ulrika ich sah das Wirken der Gutenund Bösen begegnete Menschen, die ihre Zwecke durch schlechtgewählte Mittel vereitelten, aber noch nie habe ich ein edle»Wesen kennen gelernt, das so sehr geneigt zu sehn schien, dieSchuld des Sünders zu verkleinern."

Dann hast Du nie Pie wahre Liebe zu Gott nie einenaufrichtigen Christen gefunden. Wag liegt daran, Odo, ob wiruns zu dieser oder jener Glaubensform bekennen? Die Fruchtdes wahren Baumes ist Liebe und Demuth sie lehren uns,Andere mit Wohlwollen zu beurtheilen und uns nicht unserer selbstzu übcrheben."

Du hast früh angefangen, diese goldenen Regeln zu üben,da Du sonst zuverlässig nie Deine eigene Vortrefflichkeit vergessen