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der Wunden, welche er durch ein Bruchstück des fallenden Dacheserlitten hatte, noch blasser aber durch die Macht des innern Feuers,das ihn verzehrte. Die Züge seiner schönen, sanften Gefährtinwaren nicht so leuchtend, wie sonst, obschon ihr nichts die gewin-nende Anmuth benehmen konnte, die dem seelenvollen Ausdruckeihren lieblichsten Zauber verdankte. Beide waren augenscheinlichaufgeregt von dem, was bereits zwischen ihnen vorgesallen war,und vielleicht noch mehr durch die Gefühle, welche sie zu verber-gen suchten.
„Dein Leben ist in der That voll von ergreifenden Zügen,Odo," sagte die sanfte Ulrika, die, wie es schien, einer Erzählungdes Anderen zugehört hatte; „und diese kürzlich« Lebensrettung ge-hört unter die wundervollsten."
„Ich muß mich selbst wundern, Ulrika, daß mein Leben ge-fristet wurde; denn es wäre nur eine gerechte Kundgebung deshimmlischen Zorns gewesen, wenn ich an dem Jahrestage meinesVerbrechens und mit dem Falle der Altäre, die ich beschimpfte,den Tod unter dem einstürzenden Dache Limburgs gefunden hätte.Du warst also mit Andern der Meinung, ich habe Erlösung ge-funden aus einem Leben voll Weh?"
„Du bist undankbar für die Gnade, die Dir zu Theil wurde, undfür die Hoffnung, welche Dir daraus quillt, sonst könntest Du Dir keinesolchen Ausdrücke erlauben. Vergiß nicht, Odo, daß unsere Erden-freuden stets den Moder der Sterblichkeit an sich tragen und daßDein Unglück nicht größer ist, als das von Tausenden, die mitihren Pflichten kämpfen."
„Du berührst hier den Unterschied zwischen dem aufgewühlienMeere und ruhigem Wetter — zwischen der Eiche und dem Rohr!Der ruhige Strom Deines DaseynS kann Wohl gelegentlich durchein geringfügiges Hinderniß gestört werden; aber die glatte Ober-fläche stellt sich bald wieder her und läßt das flüssige Element klarund mackelloS zurück. Dein Lebensgang gleicht einer sanftfließen-