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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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483
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Mönche schwächen, il»d selbst diejenigen, welche am meisten zu zwei-feln geneigt waren, gaben sich jetzt der ermuthigenden Hoffnunghin, daß der religiöse Wechsel, welcher so schnell Boden gewann,doch nicht alle die Schrecken im Gefolge mit sich führe, welche siefrüher davon gefürchtet hatten.

Wir wissen bereits von Heinrich, welcher Zwist zwischen ihmund seiner Gattin stattgefunden hatte. Letztere war vergeblich be-müht gewesen, den günstigen Augenblick zu benützen, um im In-teresse des LiebeSpärchenS die Gefühle des Bürgermeisters zu be-arbeiten; denn dieser war keineswegs geneigt, aus Bewunderungfür ein wackeres Benehmen von dem Trachten eines ganzen Lebensabzustehcn, obschon er sich aufrichtig freute, daß ein Jüngling, derin der Stunde der Gefahr so viel Muth gezeigt halte, nicht dasOpfer desselben geworden war. Nach Abschluß der nutzlosen undpeinlichen Erörterung bat die Mutter plötzlich ihren Gatten um dieErlaubniß, den Einsiedler besuchen zu dürfen, welcher, wie vor denkürzlichen Ereignissen, im ungestörten Besitze der gefürchteten Hei-denmauer geblieben war.

Jeder andere Mann, der nicht gerade Heinrichs GemülhSartbesaß, würde in einem derartigen Augenblicke ein solches Gesuchmit Mistrauen ausgenommen haben. Der starrsinnige Bürgermei-ster hatte jedoch eine zu gute Meinung von sich selbst und war zusehr daran gewöhnt, seinem Weibe zu vertrauen, so daß er gerneder Bitte willfahrte, weil ihm dadurch ein Mittel an die Handgegeben wurde, eine Ehestandsscene abzubrechen, in welcher er nichtnachzugeben fest entschlossen war, obschon er sich selbst kaum ge-nügende Gründe dafür anzugeben wußte. Die Art, wie er sich zu Be-gleitung seiner Gattin erbot, sein geduldiges Harren, bis sie wiederzurückkehrte, und der Anfang seines Gesprächs mit Emich sind be-kannt. Nach dieser Auseinandersetzung verlegen wir die Scenenach der Hütte des Klausners.

Odo von Ritterstein war blaß von dem Blutverluste in Folge.