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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Sage mir, guter Heinrich denn ich hörte nie die Ge-schichte Deiner Liebe wurde Dein Antrag gut ausgenommen,als Du zum ersten Mal um das jungfräuliche Herz von HerrnHailtzingerS Tochter freitest?"

Der Bürgermeister war erfreut über die Gelegenheit, auf einGlück anspielen zu können, das ihm den Neid aller seiner StandeS-genoßen zugezogen hatte.

Der Ausgang muß dafür sprechen, Herr Graf," antworteteer kichernd.Ulrika ist keines von den freien und vorschnellen Ge-mächern, die zum Fenster hinausspringen oder einem jungen Bur-schen mehr als auf den halben Weg entgegenkommen; aber an derErmuthigung, welche der jungfräulichen Schüchternheit zusteht, hatcS nicht gefehlt, da sonst die geringe Meinung, die ich von mirselbst hatte, mich wahrscheinlich bis aus diese Stunde im Jung-gesellenstand erhalten haben würde."

Emich fühlte sich verletzt, über ein Wesen, vaS er innig geliebthatte, eine solche Sprache aus dem Munde eines Mannes zu hö-ren, den er so wenig achtete, und die Mühe, die er sich gab, seineAufwallung niederzukämpfen, hatte ein kurzes Schweigen zur Folge,Welches wir benützen wollen, um unseren Schauplatz nach der Hüttedes Einsiedlers zu verlegen; denn dort gingen Dinge vor, welche fürdas künftige Geschick mehrerer Personen unserer Erzählung entschei-dend werden sollten.

Der Tag, welcher dem Wiedererscheincn Berchtholds folgte,war ein eigentliches Freudenfest für die Dürkheimer. Alle Zweifelder Furchtsamen und Abergläubischen in Betreff einer besonderenHeimsuchung des zürnenden Himmels als der verdienten Strafe fürdas Umstürzen der Abteialtäre hatten ihre Endschaft erreicht, und nurWenige waren so alles Gefühls baar, daß sie nicht mit dem Glückederjenigen sympathisirten, welche den vermeintlichen Tod des För-sters so bitter betrauert hatten. Wie es gewöhnlich bei plötzlichenUebcrgängen der Fall ist, half die Gegenwirkung den Einstuß der