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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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auf eine Wiederherstellung der Limburger Kirche hinausgelaufen,welche diesmal ohne das Maurerhandwerk des Teufels hätte inAusführung kommen müssen. Nichts wirkt in einem Beweis sogewaltig, als wenn ein Bischen Furcht vor Verlust oder Belastungmit in die Wagschaale kommt; denn die Weisheit wiegt nur leicht,wenn Vortheil oder Furcht die Gegengewichte bilden."

Es ist gut so, wie eS ist, Freund Heinrich, obgleich nie wie-der Limburgs Mauern durch ein Dach gedeckt seyn werden, so langeein Emich in Hartcnburg und Dürkheim das Regiment führt."

Der Graf sah, welche Wolke die Stirne des Bürgermeistersverdüsterte, als er die letzteren Worte aussprach; er klopfte ihmdaher vertraulich auf die Schulter und fügte rasch bei, um allemweiteren Nachdenken vorzubeugen:aber wie kömmt es, Herr Frei,daß Du in diesem einsamen Hohlwege Schildwache stehst?"

Heinrich fühlte sich durch die Herablassung des Edelmanns ge-schmeichelt und war erfreut, für seine Geschichte einen Zuhörer zufinden. Zuerst blickte er umher, um sich zu überzeugen, ob Nie-mand ihr Gespräch mit anhören könne, worauf er in gedämpftemTon und in einer Weise antwortete, in welcher man gewöhnlicheine Mittheilung, die Vertrauen fordert, zu machen pflegt.

Ihr wißt, Herr Graf, mit welcher Schwäche Ulrika in Be-treff der Einsiedler, Mönche, Altäre, Heiligenfeste und anderer der-gleichen Dinge behaftet ist, obschon wir vernünftigerweise hoffendürfen, daß all' dies ein Ende nehmen wird; denn die letzten Ge-rüchte erzählen Wunder von Luthers Fortgang. Nun, die guteFrau hegte den Wunsch, die Heidcnmauer zu besuchen, und da eseinen etwas scharfen Disput zwischen uns gegeben hatte, sieweinte nämlich viel, weil ich nicht in eine Verheirathung unseresKindes mit dem jungen Berchtholv willigen wollte, denn Ihr sehetselbst ein, hvchgeborner Graf, daß dies ein ganz unvernünftigerSchritt wäre so erzeigte ich mich bereitwillig, sie so weit zu