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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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führte. Neben dem Bürgermeister angelangt, warf er die Zügeleinem nachfolgenden Diener zu.

Was ist dies, Bruder Heinrich?" rief er, nachdem der Aus-druck des Unmuths der gewohnten Feinheit seiner Politik Platz ge-macht hatte;bist Du noch immer aufs Gespcnsterbannen versessen,oder hast Du bei der gestrigen Wallfahrt irgend etwas verabsäumt?"

Gepriesen sei der heilige Benedict oder Bruder Lutherdenn ich weiß wahrhaftig nicht, welchem von beiden das Hauptver-dicnst gebührt unser Dürkheim ist nun, was Hexereien, Teufels-werk oder sogar kirchliche Mirakel betrifft, in der allerglücklichstenStimmung. Nachdem das Geheimniß von den Hunden eine soschöne Lösung gefunden hat, scheint die öffentliche Stimmung plötz-lich ganz umgeschlagen zu srhn; denn während früher unsere Leutebei glockenhelle», Tage schon vor dem Trippeln einer Maus oderdem Hüpfe» einer Grille in Angstschweiß ausbrachen, zeigen stchjetzt sogar unsere alten Weiber geneigt, allem Gespensterwesen undsogar dem Beelzebub selber Trotz zu bieten."

Die glückliche Aufklärung dieser Schwierigkeit wird in derThat den Ansichten, die in der neuesten Zeit aus Sachsen herüber-kommen, großen Borschub thun und dürfte dazu dienen, in unsremLande dem Mönch von Wittenberg festen Fuß zu verschaffen. Dusiehst ein, Heinrich, daß eine Verlegenheit, die sich in dieser Weiseenträthselt, wohl eine ganze Bibliothek voll muffiger, lateinischerPhrasen Werth ist."

Ganz richtig, Herr Graf um so mehr, da wir eine rai-sonnirende Stadt sind. Ist einmal unser Geist gehörig erleuchtet,so wird es nicht leicht, ihn wieder in den Schatten zu drängen.Man hat gesehen, wie sich erst gestern noch die Besten von unsdurch ein Paar landläuferischer Hunde schrecken ließen, und jetztsrägt es sich sehr, ob ein ganzes Rudel auch nur das mindeste Be-denken erzeugen würde. Wir sind glücklich davongekommen, HerrGraf; denn noch ein solcher Tag der Ungewißheit, und es wäre