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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Mika in der Zerstörungsnacht zu der Abtei gelangte nach derEbene der Heidenmauer hinauf. Sic näherten steh dem Gipfel, ohnedaß etwas vorgefallen wäre, was neue Unruhe hätte verbreitenkönnen; und da die Chorknaben den Nachdruck ihres Gesanges stei-gerten, so begannen die Führer sich der unbestimmten Hoffnunghinzugeben, daß sie wohl einer weiteren Störung entgehen dürsten.Eine Minute entschwand um die andere, und der Graf athmetefreier; denn er glaubte bereits, den Beweis geliefert zu haben, daßdie Heidenmauer ein so harmloser Platz sey, wie irgend ein andererin der Pfalz.

Ihr habt Wohl oft Euren Renner über diese wilde TenfelS-haide gespornt, edler und'furchtloser Graf?" begann Heinrich, alssie sich dem Rand der oberen Fläche näherten.Wer an ihrenAnblick so gewöhnt ist, läßt sich nicht leicht durch das Gebell unddie Sprünge eines Paars unruhiger Hunde anfechten, und wennsie auch ihren Stall unter dem Schatten deS TeuselSsteinS haben."

Du kannst wohl sagen, ich sey oft hier oben gewesen, guterHeinrich. Als ich noch ein kleiner Knabe war, Pflegte mein edlerVater auf dieser Höhe seine Rosse zu dresstren, und es machte miroft Vergnügen, mich der Partie anzuschließen. Auch während un-serer Jagden stürzte der Hirsch oft ans dem Dickicht des Waldesnach diesem offenen Grunde." Der Graf hielt inne, denn einschnelles, trappelndes Geräusch, wie von dahin schießenden Hundenließ sich jetzt unmittelbar über ihren Köpfen vernehmen, obschonder Rand des GebirgS den ebenen Grund noch vor den Blickenverbarg. Die beiden Führer machten trotz ihrer Entschlossenheitplötzlich Halt eine Zögerung, welche die Hinteren gleichfalls zumStillstehen nöthigte.

Die Haide hat ihre Bewohner, Herr Frei," sagte Emichernst, aber im Tone eines Mannes, der entschlossen ist, um seineRechte zu kämpfen.Es wird sich jetzt bald zeigen, ob sie geneigtsind, die Souverainetät ihres Lehensherrn anzuerkennen."