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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Ohne eine Antwort abzuwarten, murmelte der Graf unwill-kührlich ein Ave vor sich hin und stieg mit männlichen Schrittennach dem Gipfel hinan. Der erste Blick, den er umher warf, warrasch, unruhig und argwöhnisch; aber da war nichts zu erschauen.Der nackte Fels deS TeufelSsteinS befand sich an seinem alten Platze,wo er wahrscheinlich in Folge einer Revolution der Eidrinde schonvor dreitausend Jahren gelegen hatte grau, einsam und ver-wittert wie bis auf diese Stunde. Die Haide ließ auf ihrer ganzenOberfläche keinen Huf- oder Fußeindruck erkennen, und die Cederndes verlassenen Lagers gaben im Winde das gewöhnliche, düstermelancholische Aechzen von sich, welches so sehr im Einklänge mitden Sagen stand, die ihnen Interesse verliehen hatten.

Hier ist nichts!" sagte der Graf mit einem tiefen Athemzuge,den er gerne auf Rechnung des beschwerlichen Bergsteigens ge-schrieben hätte.

Herr von Hartcnburg, Gott ist hier wie auf den Bergen, diewir eben verlassen haben hier, wie auf jener schönen weitenEbene unten oder in Eurer Veste!"

Ich bitte, gute Ulrika, wir können hievon ein andermalsprechen. Es handelt sich jetzt um die Enthüllung einer einfältigenSage und um Zerstreuung der daraus geflossenen Besorgnisse."

Einem Winke seiner Hand gehorsam, ging die Procession weiterin die Richtung des alten Lager-ThorwegS dieselben Führerwieder voraus, während die Chorknaben abermals ihren Gesangaufnahmen.

Wir brauchen nicht zu sagen, daß der Zug sich bei dieserfeierlichen Gelegenheit mit klopfenden Herzen der Heidenmauernäherte. Kein denkender und gefühlvoller Mann kann je einen der-artigen Ort besuchen, ohne sich ein Bild zu vergegenwärtigen, dasihn mit erhebender Wehmuth erfüllt. Die Gewißheit, daß sichVor seinen Augen die Nebcrreste eines Werks von Menschen auf-schließen, die so viele Jahrhunderte vor ihm Inder großen Kette der