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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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der ruhige, redliche Denker einzuräumen geneigt sehn wird, unserGemälde seh, für seinen Zweck wenigstens, in zureichend wahre»Farben gehalten.

Sollte eS jetzt noch nöthig sehn, uns über die Bedenken z»verbreiten, welche den Grasen und Heinrich quälten, als sie an derSpitze der neuen Procession den Limburger Berg hinunterstiegen,so haben wir umsonst geschrieben. Politik und der Entschluß, sichdie Vortheile zu sichern, die sie so theuer erkauft hatten, drängtensie vorwärts, während Zweifel und die ganze Sippschaft aller altenVorurtheile ihre innere Unruhe erhöhen halfen. Die Wallfahrerzogen in derselben Ordnung weiter, in welcher sie zu den Trüm-mern der Abtei hinangestiegen waren. Diejenigen, welche den Pil-gerzug nach Einsiedeln gemacht hatten, gingen voran; hinter ihnenkamen die Pfarrgeistlichen mit ihren Ministranten, während der Restin einem wirren, zitternden, neugierigen und andächtigen Drängennachfolgte. Der religiöse Wechsel hatte sich bis jetzt erst auf dasDogma erstreckt und zählte in seiner wirksamen Entfaltung unterder Menge nur wenige Anhänger; man beobachtete deshalb beigegenwärtigem Anlässe alle die Ccremonien, welche die römischeKirche bei Erorcismen oder bei besonderen Bittgängen um Abwen-dung einer geheimnißvollen Kundgebung des himmlischen Zornes inAnwendung zu bringen pflegte. Der Graf und Heinrich gingen,wie eS ihrer Stellung zukam, kühn voraus und verbargen die innereUnruhe ebenso klug und erfolgereich vor allen Anderen, sich selbstausgenommen; denn der würdige Bürgermeister gewann eine garhohe Meinung von der Festigkeit seines hochgeborenen Nachbars,während letzterer nicht wenig verwundert war, daß ein Mann vonHeinrichs Erziehung und Lebensweise eine Entschlossenheit zu zeigenvermochte, wie sie, seiner Ansicht nach, nur eine Frucht der Phi-losophie sechn konnte. Sie zogen durch den Hohlweg, dessen wiraus diesen Blättern bereits zweimal Erwähnung gethan habeneinmal in der Einleitung, und dann als des Pfades, auf welchem