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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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anerkannt, so ist es keine leichte Aufgabe, eS durch die Trugschlüsseder Zweckmäßigkeit und des Jrrthuins wieder zu verdrängen. InVergleichung mit jenen Vorläufern des Gedankens, welche für dasFortschreiten der Völker den Weg bahnen, kommen solche Wechselfreilich nur langsam; denn erstere find in der Regel schon so weitvor ihren Zeitgenossen voraus, daß man sie in dem Augenblick derReformationen, Revolutionen oder wie man dergleichen plötzlichePurzelbäume nennen mag, schon ganz aus dem Gesichte verlorenhat. Aber der Masse gegenüber mengen sie sich oft durch einenHandstreich ein und wecken fast wie mit Zaubergewalt ein ganzesVolk für die tiefe Bedeutung einer neuen Reihe von Grundsätzen,etwa so, wie sich das Auge von der ersten Scene eines Drama'Sder nächsten Entwicklung zuwendct.

Der Zweck unserer Erzählung besteht darin, die Gesellschaftmit ihren gewöhnlichen Zügen in dem Akte darzustellcn, wie sie vondem Einflüsse -einer Reihe leitender Grundsätze zu dem einer anderenübergeht. Hätten wir versucht, dies in dem Wirken eines einzelnenMeistergeistes zu entwickeln, so wäre das Bild, ungeachtet seineretwaigen individuellen Wahrheit, doch in Beziehung auf eine Ge-meinschaft nothwentig falsch ausgefallen; denn eine derartige Studiehätte den Schlüffen der Philosophie und Vernunft folgen müssenvielleicht eine um so mißlichere Aufgabe, weil das Menschliche dochnicht ferne gehalten werden kann während derjenige, welcherdie Welt oder was immer für einen wesentlichen Theil derselbendarstellen will, die Leidenschaften und die gemeineren Interessen inden kühnsten Farben malen, dagegen aber sich begnügen sollte, diegeistigen Partieen nur im Helldunkel zu lassen. Wir wissen nicht,ob Jemand geneigt scyn wird, auf die Betrachtungen einzugehen, diewir mit Gegenwärtigem anzudeuten beabsichtigen, und ohne welchedie Frucht unserer Mühe vielleicht verloren ist; aber während wirbereitwillig die Unvollkommenheit unserer Leistungen anerkennen,glauben wir doch, uns der Ueberzengnng hingeben zu dürfen, daßDie Heidcnmauer. 30