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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
458
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Wunsche die Gruft, den Neberrestcn des armen Berchthold die ge-bührende Achtung zu erweisen. Zu ihrem großen Erstaunen fandenste die Kirche verlassen, aber ans dem Geschrei von Außen ließsich leicht entnehmen, daß irgend ein ungewöhnlicher Vorfall dieMitglieder der Procession in Masse verscheucht haben mußte. Neu-gierig, den Grund einer so unerwarteten Störung zu erfahren,eilten die zwei Hauptpersonendenn Heinrich kann noch immer sogenannt werden so schnell, als eS unter den Trümmern gehenwollte, den großen Gang nach dem Hauptportale hinunter. Inder Nähe des letzteren trafen sie abermals auf den erschütterndenAnblick des verkohlten Mönchsskeletts, das man augenscheinlich unterdem Einflüsse plötzlicher nnd großer Verwirrung hatte fallen lassen.

Himmel!" murmelte der Bürgermeister, während er demGrafen nacheilte,sie haben die Gebeine des BenedictinerS zurück-gelassen! Jst'S möglich, Graf Gmich, daß nach all unsrem Un-glauben irgend ein feuriges Mirakel diese Furcht veranlaßt hat?"

Emich antwortete nicht, sondern trat mit der Miene eines be-leidigten Herrn in den Hof; sein erster Blick auf die Gruppeaber, welche jetzt durch die Trümmer der kleineren Gebäudewogte, von wo aus man das umgebende Land und namentlichTheile des nahen Berges der Heidenmauer überschauen konnteüberzeugte ihn, daß dies kein Augenblick war, um Aeußerungenvon Mißfallen kund zu geben. Er kletterte das zusammengestürzteGestein hinan und gelangte auf einen Mauerrest, umgeben vonfünfzig stummen verwunderten Gesichtern, unter denen er mehrereseiner eigenen zuverlässigsten Leute erkannte.

Was bedeutet diese Mißachtung des religiösen Dienstes unddas plötzliche Zurücklaffen der Neberreste des Mönches?" fragte derGraf, sich vergeblich umschanend, da er hoffte, durch seine Sinneschnellere Aufklärung zu finden.

Hat der Herr Graf nichts gesehen und gehört?" murmeltesein nächster Dienstmann.