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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Seite
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oder Aufmerksamkeit abgehe. Hast Du Platz unter Deinen Wall-fahrern für einen armen Niiter und seine Freunde?"

Das Erbieten wurde mit Freuden angenommen, denn derMuth wuchs bei jedem Anschein von Verstärkung. Emich wurdedaher, obschon er die Tracht eines CavalicrS trug, bereitwillig unterdie übrigen Wanderer ausgenommen. Der Aufenthalt, welchendiese Unterbrechung zur Folge hatte, nahm sein Ende, und dieProcession oder vielmehr das Gedränge denn die Hast der Be-klommenheit und Neugierde hatte fast alle Ordnung unterbrochen begann den Berg hinanzusteigen.

Sie fanden die Trümmer von Limburg, damals noch neu undvon Rauch geschwärzt, in tiefem Schweigen und gänzlicher Ver-ödung. Dem Aeußeren nach zu urlheilen, hatte ste kein Fuß be-treten seit dem Augenblicke, als die Bande der Angreifer nacheinem tumultuarischen Triumphe, der durch die schauerliche Cata-strophe der einstürzenden Dächer sosehr abgekühlt worden war, durchdie Thore strömte. Wenn jener Haufe sich in der Erwartung eineswüthenden Angriffes der Abtei genähert hatte, so rückte der gegen-wärtige Zug langsam und in der bangen Besorgniß heran, daßer wohl Zeuge sehn dürfte irgend einer fürchterlichen Kundgebungübernatürlicher Gewalt. Beide sahen sich gleichermaßen in ihrenErwartungen getäuscht. Der widerstandlose Sieg der Angreifer istbekannt, und die Prozession konnte ungehindert weiter ziehen, obgleichmanche Stimme im Gesang zitterte, als sie die verwüstete und ödeKirche betraten. Es fiel übrigens nichts vor, was ihre Angst hätterechtfertigen können.

Durch die tiefe Ruhe ermuthigt und im Verlangen, ihre per-sönliche Erhebung über den Pübelschrecken an den Tag zu legen,befahlen der Graf und Heinrich dem Gedränge, in dem großenGange der Kirche zu bleiben, während sie sich mit einander in denChor begaben. Jeder Schritt zeigte die gewöhnlichen Merkmale