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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Kind," fügte er mit väterlicher Zärtlichkeit gegen Meta beiDilhast schon schwere Prüfungen erstanden in Deinem jungen Leben;aber Gott ist mit Dir eben so gut, als er in jenem blauen Himmels-zelt, in jener Sonne geschmolzenen Goldes, in jenen Eismassen, diesich gen Himmel auflhürmen, und in allen seinen Werken ist, dieunseren Augen so herrlich erscheinen. Wende Dich mit mir nachjenem Berge, der von seiner Gestalt den Namen ,Insul* trägt.Betrachte ihn wohl sichst Du nichts Besonderes daran?"

Es ist eine schroffe, traurige FelSmaffe, Bater," antworteteMeta.

Bemerkst Du sonst nichts dort, auf dem höchsten Gipfel?"

Meta schaute aufmerksam hin, denn in Wahrheit schien sichauf der obersten Spitze ein Gegenstand zu befinden; er war aberso klein und sah so sehr einer Linie gleich, daß sie Anfangs mitder Hand über ihr Auge fuhr, um etwa ein fliegendes Haar zu-rückzuflreifen.

Vater," rief das Mädchen, ihre Hände zusammenschlagend,ich erblicke ein Kreuz."

Dieser Fels ist ein Bild von GolteS ewiger Gerechtigkeitjenes Kreuz das Unterpfand seiner Gnade und Liebe. Geh DeinesWeges, meine Tochter, und halte an der Hoffnung."

Die Pilger wandten sich um und stiegen in gedankenvollemSchweigen den Berg hinan. Noch am nämlichen Abende setzten sieüber den See und übernachteten in den alten Mauern der roman-tischen Stadt Rapperschwyl. Am folgenden Morgen brachen sie,da die Wallfahrt jetzt glücklich vollendet war, weiter nach ihrenferne» Wohnstätten auf und fuhren in Booten den Rhein hinab.