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lung IN keiner Weise den wahren Werih der Fürbitte für den Ver-storbenen ändern."
„Heinrich," entgegnete der Graf gedankenvoll, „wie ich höre,erklärt jener Bruder Luther dergleichen Gebete nach dem Tode füreitel und unnütz."
„Das würde die Sache sehr ändern, gnädiger Herr Graf undMitwallfahrer. Wer nur in einer so verfänglichen Sache Gewiß-heit hätte — denn wenn der Mönch von Mittenberg das Recht aufseiner Seite hat, so verlieren wir unser Geld umsonst; ist er aberim Unrecht, so würde die Seele des armen Berchthold um unsererZweifel willen nicht besser fahren."
„Wir Laien find in schwerer Klemme zwischen diesen beidenAnsichten, würdiger Bürgermeister, und ich möchte wünschen, daßdiese Reformatoren die Frage zu einer schleunigen Entscheidungbrächten. Bei der Messe! Es gibt Augenblicke, in welcher ichgerne den Rosenkranz wegwerfen und mich der Ansicht Friedrichsvon Sachsen zuwenden möchte, die mir die vernünftigste undmännlichste scheint. Hätte er aber Unrecht, so weißt Du wohl,Heinrich, daß uns der Vortheil der gebauten Kapellen, der ge-sprochenen ^vos, des oft bezahlten Goldes und des hohen Schutzesvon Nom entgeht. Du siehst die Noth des armen Berchthold —und dies alles wegen einiger freien Reden."
Heinrich seufzte, denn er fühlte den ganzen Nachdruck dieserVerlegenheit, und schien sich besinnen zu wollen, ehe er antwortete.Dann schmiegte er sich näher an den Grafen, gleich einem Manne,welcher fühlt, daß er im Begriffe ist, in einer verfänglichen Lageeine gefährliche Aeußerung zu wagen, und gab seine Erwiederungin Flüsiertünen ab.
„Herr Graf," sagte er, „wir sind nur Staub und noch oben-drein Staub von nicht sehr vortrefflicher Qualität. Die Töpfer-waare hat ihren Nutzen, wen» sie gut gebrannt und anderweitigpaffend zubereitet ist; aber wozu taugt ein Mensch, wenn ihn der