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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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schauen und der nunmehrigen Gestaltung unserer Gesellschaft dienüthigen Zugeständnisse machen ; dann erst dürften ste die Frage beant-worten können, ob sich nicht auch heutigen Tags gleich augenfälligeWidersprüche, Inkonsequenzen, die fast eben so unvereinbar sindmit der Wahrheit, und eine fast gleich grobe, ungerechte Selbst-sucht unter den Anhängern Noms wie LuiherS ebenso gut ausspre-chen, wie in dem von uns geschilderten Falle. Wir können allerdingssagen, daß wir die Ansichten und Gewohnheiten unserer Vorfahrenveredelt haben; indeß sind wir doch noch immer weit davon entfernt,die consequenten und gerechten Wesen zu seyn, die wir dereinst zuwerden hoffentlich bestimmt sind.

Achtundzwanzigstes Kapitel.

»Halt an dein llrchcil; Sünder sind wir Alle/König Heinrich VI.

Änter den Sühnnngen, welche den Wallfahrern von Dürk-heim und Hartenburg vorgeschrieben worden, war ausdrücklich auchder Morgengottesdienst namhaft gemacht, zu dem ste jetzt aufge-boten wurden. Man hatte den Schwächeren der Bußgänger Zeitzur Ruhe gelassen, während die Kräftigeren sich in der Weise be-schäftigten , welche wir im vorigen Kapitel beschrieben haben. Ge-wisse Selbstgeißclnngen waren, wie für ausgemacht angenommenwurde, zu verschiedenen Perioden während der langen Reise ausder Pfalz gebührend in Anwendung gekommen.

Eine Stunde, nachdem sich die Abteigäste zerstreut hatten,wallte die Processton der Benediktiner aus den Kreuzgängen in dasKirchenschiff. Obgleich die Regel dieses Ordens nicht im Rufe derStrenge stand, so kam es doch nicht selten unter den München allerKlaffen vor, daß sie bei außerordentlichen Anlässen früh ihr Lagerverließe» und die Stille der Nacht mit Musik und Gottesdienst un-