„Es thut mir sehr leid, hören zu müsse», hochwürdiger Bene-diktiner," bemerkte der Graf gegen einen der Mönche von Einsie-deln, indem er absichtlich die Blicke des Limburger Abtes vermied,„daß Dein Kloster n»S Messen verweigert hat für die Seele einesMenschen, der in dem unglücklichen Hader fiel, welcher uns dasVergnügen verschafft hat, in so gute Gesellschaft zu gelangen. Ichliebte den Jüngling und würde gerne freigebig gegen diejenigensehn, welche auf seinen gegenwärtigen Nothstand Bedacht nähmen."
„Ist die Sache ordnungsmäßig denen vorgelegt worden, welchendas Recht der Entscheidung zusteht?" fragte der Mönch, durch dieRichtung seines Blickes andeutend, daß er seinen Vorgesetzten meinte.
„Wie ich höre, ist dies geschehen, und zwar in der rührendstenWeise — aber ohne Erfolg. Ich hoffe, cs hat in dieser Angele-genheit keine feindselige Einmengung stattgefunden; denn da stch'Sum nicht weniger, als um eine Seele handelt, so sollte man dochmit Scheu zu Werke gehen."
„Ich kenne nur eine feindselige Einmengung, und diegeht von dem Vater des Nebels selbst aus, der ein Feind der See-len ist," antwortete der Mönch in ehrlicher Ueberraschung. „Wasuns betrifft, so macht es uns Freude, bei allen derartigen Anlässennützlich zu werden, namentlich wenn das Gesuch von Freunden desHingeschiedenen vorgebracht wird, die einer noch viel höheren Gunstwürdig sind."
„Hältst Du diejenigen der kirchlichen Gnade für würdig,"sagte BonifaciuS finster und mit fester Stimme, „welche die AltäreUmstürzen, den Tempel mit bewaffneter Hand heimsuchen und derKirche Trotz bieten?"
„Hochwürdiger Abt! —"
„Neig, er soll immerhin seinem Grosse Luft machen," fielEmich mit Stolz ein. „Die kalte Luft und ein obdachloses Hauptsind wohl geeignet, die Gasse rege zu machen. Ich wäre gerne inFreundschaft mit Dir zusammengetroffen, Bonifacins, und nach un-