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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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weit von hier abgelegen seyn kann, wenn mich anders mein geo-graphisches Wissen nicht ganz trügt."

Du hättest nicht besser rathen können, und wenn Du einDoktor von Wittenberg oder von Rom selbst wärest. In Anbe-tracht unserer gebirgigen Psade, des Mangels an Brücken undanderer Bequemlichkeiten dürften etwa zwei Tage nöthig seyn, umein Roß von unserem Klosterthore nach dem von St. Gallen zubringen, obschon es uns in Nothfällen durch Vermittlung treuerBoten schon gelungen ist, innerhalb vierundzwanzig Stunden Nach-richt zu erhalten. St. Gallen ist eine reiche, wohlbcgabte Abteivon großem Altcrthum und steht in hohem Rufe als Hafen derWissenschaft während der dunkelsten Periode unserer neueren Zeiten,gelehrter Bonifacius, obschon die Vergrößerung der Stadt und diesich steigernden Unruhen auch sie mit den Gefahren bedrängen,denen jetzt Alle ausgesetzt stnd, welche es mit Rom halten."

Dies war die erste Hindeutung auf die Ereignisse, welche inso seltsamer Weise die gegenwärtige Gesellschaft zusammengeführthatten, und ohne die Gewandtheit und Fassung des obdachlosen Akteshätte sie leicht zu einer nichts weniger als angenehmen Verhand-lung führen können.

St. Gallen und seine Verdienste find Niemand unbekannt,der das Kleid des heiligen Benedict trägt," versetzte er mit be-wundernswürdiger Ruhe.Du hast Recht, wenn Du sagst, seineMauern seien durch viele Jahrhunderte die einzigen Beschützer derGelehrsamkeit in Europa gewesen; denn ohne den Fleiß und dieTreue seiner Aebte und Conventualen wäre für uns und die Nach-welt unwiederbringlich verloren gegangen, was jetzt erhalten geblie-ben ist und hoch geschätzt wird."

Ich bezweifle nicht, hochwürdiger Benedictiner," bemerkte Emich,seine Rede höflich an den Abt sowohl, als an Bonifacius richtend,wie etwa ein Mann von Bildung bei Tafel sich mit Nachbarn zuunterhalten pflegt, die ihm sonst fremd sinddaß die feine Wein-