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kanntschaft hatte fallen lassen. Diese feine Heuchelei, die, wie wirGrund zu glauben haben, schon sehr alten Ursprungs ist, und inwelcher Albrccht von Viederbach sammt Monsieur Latouchc mit sel-tenem Glücke mitwirkten, trug dazu bei, auch die Gefühle der Geringernzu zügeln, da andernfalls diese, als weniger an die Gebührlichkeitsolcher Täuschung gewöhnt, wahrscheinlich einigen ihrer körperlichenLeiden durch Anspielungen von aufregender und bedenklicher Beschaffen-heit Luft gemacht haben würde».
„Du findest unsere Weine schmackhaft?" bemerkte höflich derAbt — wie wir nun vorzugshalber stets den von Einstedeln be-zeichnen wollen. „Den in dem silbernen Becher verdanken wir der Frei-gebigkeit Deines verstorbenen Churfürsten, der ihn ex voto wegender Krankheit eines Gliedes seiner Familie als Opfergabe nachEinsiedeln schickte und dabei die Gnade hatte, das Schreiben an dieKlosterschatzkammer mit diesem Zeichen seiner besondern Geneigtheitzu begleiten. Der aber, welcher Dir am besten zu munden scheint,ist ein nachbarliches Geschenk von unserem Bruder in St. Gallen— eines so edelmüthigen Dieners der Kirche, wie nie einer dieKutte getragen hat. Dir ist wohl bekannt, mein Sohn, daß jeneblühende Brüderschaft längst der Veredelung des Weins ihre be-sondere Aufmerksamkeit geschenkt hat?"
„Du überschätzest meine geschichtlichen Kenntnisse, durchlauch-tigster Abt," entgegnete Emich, indem er das Glas niedersetzte,aber in einer Weise, aus welcher sich ersehen ließ, daß er eingutes Getränk wohl zu beurtheilen verstand. „Wir weiter untenverschwenden unsere Zeit nicht an dergleichen Studien und verlassenuns in Betreff der Wahrheit dessen, was wir hören, hauptsächlichauf die Angaben derjenigen, welche Universitäten besucht haben.Wenn der Abt von St. Gallen mit diesem edlen Safte freigebigist, so wäre es nicht übel, unsere geistlichen Berather schicktenuns gelegentlich auf Wallfahrten in diese Gegend, die nicht