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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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und die scharfe Bergluft nicht nur angenehm, sondern auch »oihwendigwurde. Die Tafel war geräumig und gut besetzt, indem sie nament-lich in üppiger Fülle jenen gesunden, erwärmenden Saft bot, wel-cher den Rhein schon seit so langer Zeit bei allen Reisenden vonGeschmack so hoch in Ehren bringt.

An der Tafel saßen der Abt und sein obdachloser CollegeBonifacius, ein paar Begünstigte aus der Brüderschaft von Ein-siedeln, Emich, der Ritter von Nhodus, der Abbe, Heinrich Freiund der Schmied. Elftere waren in ihre gewöhnliche Ordenstrachtgekleidet, während letztere insgesammt ihre Pilgermäntel trugenalso, was den Anzug betraf, nicht von einander zu unterschei-den waren. Dietrich verdankte seine dermalige Auszeichnung bloSdem glücklichen Umstande, daß er sich in so guter Gesellschaft be-fand, die sich vor der Hand der gewöhnlichen Merkmale ihres Rangesentschlagen hatte; und wenn je auch Bonifacius seine Stellungkannte, so enthielt er sich doch au« Gleichgiltigkeit oder Politikeiner Bloßstellung.

Wäre Jemand plötzlich in den Kreis dieser mitternächtlichen, Scene getreten, so würde er wohl schwerlich in der fröhlichen Zech-genofsenschaft der Stunde die müden Wallfahrer und die strengenOrdensmänner erkannt haben. Der Appetit war bereits mehr alsbefriedigt und schon manches Glas zu Ehren der Wirthe und derGäste hinuntergefloffen, ehe wir die Handlung unserer Geschichteihren Fortgang nehmen lassen.

Der gefürstete Prälat nahm, wie cs seinem hohen Range ge-bührte, den Ehrenplatz ein, während Bonifacius rechts und derGraf von Hartenburg links neben ihm saß. Die große Rücksicht,welche der Elftere mit Recht ansprechen konnte, wie auch sein per-sönlicher Charakter und seine milden Manieren hatten dazu gedient,allen äußeren Schein von Freundschaft und höflichem Verkehr zwi-schen seinen Nachbarn aufrecht zu erhalten, so daß bis jetzt keinervon beiden auch nur die mindeste Hindeutung auf ihre frühere Be-