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Die Besprechung der beiden Würdenträger war kurz, aberentscheidend.
„Nimm das Kind fort," sagte der Abt Rüdiger zu Ulrika.„Man muß sich der Last des himmlischen Zorns unterwerfen."
Der Prior seufzte schwer auf, winkte übrigens den Frauen-zimmern, zu gehorchen, weil er einsah, daß weitere Bitten vergeb-lich waren. Er verließ das Gemach des Abts zuerst, und seineBegleiterinnen folgten in geduldiger Unterwerfung und ohne einenLaut der Klage. Erst als Ulrika und Lottchen in'S Freie gekommenwaren, fanden sie, daß das aller Hoffnungen beraubte Mädchen,welches fie mit ihren Armen unterstützten, ohnmächtig gewordenwar. Derartige Anfälle waren jedoch in letzter Zeit so häufig ge-wesen, daß sich die Mutter nicht sehr darüber beunruhigte, undbald nachher suchten die Pilgrime auf ihren Pfühle» die Ruhe,deren sie so sehr bedurften.
Siebenundzwanzigftes Kapitel.
»Pfui, Onkel Beaufort — spricht nicht Deine Predigt,Der Haß sey eine große, schwere Sünde?'
König Heinrich VI.
Der Gastfreundschaft, welche in den Benedictinerklöstern herrschte,ist bereits in einem früheren Kapitel Erwähnung gethan worden,und Einsiedeln bildete, obschon eS ein sehr besuchter Wallfahrtsortwar, von der allgemeinen Regel keine Ausnahme. Namentlich machtedie Anzahl hochstehender Pilger, die sein Heiligthum besuchten,mehr als gewöhnlichen Aufwand nöthig, obschon die Befriedigungder Ansprüche stets in den Schranken blieb, die der Brüderschaftdurch ihre Regel angewiesen war. Loretto hat sogar einen Palastzu Beherbergung derjenigen Fürsten, die von ihren Thronen herab-
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