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zum Boraus über den Jüngling mitgetheilt hat; aber im Ange-sicht der versammelten ganzen Erde müßte ich ihm das rühmlicheZeugniß geben: — einen pflichtmäßigeren Sohn, einen treuerenDiener, einen Mann, tapferer in der Noth und sanfter im Umgang,ein edleres und liebevolleres Herz als das scinige gibt es in der ganzenPfalz nichtwieder! Ich weiß nicht, ob ich nicht vielleicht in meinen Wor-ten die Grenzen jungfräulicher Sittigkeit überschreite," fuhr das Mäd-chen mit Feuer fort, und durch ihre Thränen erglühete auf jeder ihrerWangen ein rother Fleck; „aber die Todten sind stumm, und wenndiejenigen, welche sie liebten, kalt sind für ihre Bedürfnisse, wiesollte der Himmel ihre grausame Noth erfahren?"
„Meine gute Tochter," unterbrach sie der Abt, der schmerzlichergriffen zu werden begann, „wir wollen die Sache bedenken. Be-gib Dich zur Ruhe — und möge Gott Dich segnen!"
„Nein, ich kann nicht schlafen, so lange ich Berchthold's Seelein dieser Gefahr weiß ! Vielleicht fordert die Kirche neue Büßungenfür ihn. Meine Mutter, Lottchen, ist nicht mehr jung und kräftigwie früher; aber Ihr seht, Vater, was ich bin! Sprecht EureForderung aus — Wallfahrten, Fasten, Geißelungen, Gebete oderNachtwachen — Alles ist mir recht. Nein, glaubt nicht, daß miretwas zu schwer werden wird, und Ihr könnt mir kein größeresGlück bereiten, als wenn Ihr mir Büßungen für den armen Bercht-hold auferlegt. Oh, wen» Ihr ihn gekannt hättet, heiliger Abt —wenn Ihr wüßtet, wie liebevoll er war gegen die Schwachen, wiesanft gegen uns Jungfrauen und wie wahr in seinem Herzen —Ihr würdet — nein Ihr könntet Euch nicht weiter bitten lassen,ihm die Messen zu gewähren!"
„Bonifacius, gibt es keinen Ausweg, um das Zugeständniß zurechtfertigen?"
„Ich möchte mit Dir darüber Rücksprache nehmen, Bruder,"antwortete der Abt von Limburg, der mit gedankenvoller Mieneden Prälaten ein wenig bei Seite nahm.