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Frage übrigens nöthigte ihn, sich bei der Verhandlung zu be-iheiligen.
„Ich weiß Wahl, hochwürdiger und durchlauchtiger Rüdiger,daß in unsrer irre geleiteten Pfalz die Ketzerei frech um sich greift/'entgegnete er, „da sonst der Abt von Limburg kein obdachloser Gastin Einsiedeln sehn könnte."
„Du hörst, meine Tochter — es ist Verdacht vorhanden, daßder junge Mensch als ein Feind der Kirche gestorben sey."
„Wenn dies so wäre, so forderte der schwere Jrrthum nurum so mehr das Opfer des Gebetes für seine Seele."
„Dadurch würden wir aber in Wahrheit nur dem Teufel inseinen Plänen, unsere Altäre umzustürzen, an die Hand gehen, unddies wäre eine Schwäche, der wir uns nicht hingeben dürfen. Esthut mir leid, gegen eine Person von Deinem anscheinend so from-men Eifer ein solches Bedenken erheben zu müssen, aber unsereAltäre dürfen nicht befleckt werden durch Opfer für diejenigen,welche sie verachtet haben. War der junge Mensch bei dem Fallevon Limburg betheiligt?"
„Vater, er starb unter dem Einsturze seiner Dächer," entgeg-nete Ulrika in fast unvernehmlichen Lauten, „und wir halten dieArt seines Todes für einen weiteren Grund, warum für ihn außer-ordentliche Messen gelesen werden sollten."
„Du forderst eine Unmöglichkeit. Wollten wir in Fällen soverzweifelter Ketzerei unser Mitleid walten lassen, so würden wirdie Gläubigen entmuthigen und diejenigen noch dreister machen,die schon jetzt zu unabhängig auftreten."
„Vater!" ließ sich eine gedämpfte, zitternde, aber hastigeStimme vernehme».
„Was verlangst Du', Tochter?" fragte der Abt, sich an Los-chen wendend.
„Schenke dem Flehen einer Mutter Gehör. Der Knabe wurdeim Schooß der Kirche geboren und erzogen, und aus Gründen,Die Heidemnauer. 27