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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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kommst aus einer Gegend, wo viel Ketzerei herrscht, und es isteine Stunde, in welcher der Hirte seine Herde nicht verlassen kann."

Ulrika hielt inne, denn der Athrm ihrer Freundin wurde schwerund laut.

Hochfürstlicher Abt, er war ein Christ, und ich habe ihnselbst über die Taufe gehalten. Diese demüthige Bußgängerin hiergab ihm das Leben, und von dem hochwürdigen Prior hat er oftdas Sakrament der Beichte empfangen."

Dem Abte wollten diese Antworten nicht sehr gefallen. SeineBrauen verdüsterten sich, und er ließ scheele Blicke von Arnolphnach den Frauen gleiten.

Kannst Du für Dein Beichtkind Bürgschaft leisten?" fragteer Plötzlich den Prior.

Seine Seele hat Messen nöthig."

War er von der Ketzerei der Zeiten angesteckt?"

Arnolph schwieg und sein Inneres kämpfte einen schweren Kampf;denn obschon er BerchtholdS Ansichten nicht ganz traute, war ihmdoch nichts bekannt, was ein gewissenhafter Beurtheiler als ein un-zweideutiges Merkmal seines Abfalls von der Kirche deuten konnte.

Du antwortest nicht, Prior?"

Gott hat mir nicht die Gabe verliehen, im innersten Herzenzu lesen."

Ha, dies wird schon klarer. Hochwürdiger BonifaciuS, weißtDu vielleicht etwas darüber zu sagen?"

Der vertriebene Abt von Limburg hatte dem Gespräche an-fangs mit Gleichgiltigkeit zugehört, und bei dem Beginne von Ul-rika'S Rede hatte sogar ein spöttisches Lächeln über seine Lippen ge-zuckt; es verschwand übrigens, als Arnolph in'S Verhör genommenwurde, und gab dem Ausdrucke eines neugierigen Verlangens Raum,denn BonifaciuS war begierig zu erfahren, wie sich ein so gewissen-hafter Mann aus der Klemme heraushelfen würde. Die unmittelbare