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„Fahre fort, meine Tochter; Du wirst uns Alle hier bereitfinden, Dich anzuhörcn," sagte Rüdiger wohlwollend, denn er be-merkte ihre Befangenheit, und daß fie fortfuhr, unruhige Blickeauf Lottchen und Meta zu Wersen. Mit gedämpfter Stimme, abernoch angelegentlicherem Tone nahm nun die Sprecherin ihre Redewieder folgendermaßen auf:
„Bon des Himmels Gnade geleitet will ich es thun, heiligerBenediktiner. In Allem, was unsre Wallfahrt und die damit ver-bundenen Obliegenheiten betrifft, vertrauten wir uns ganz demfromme» Rathe des gelehrten und gottseligen Arnolph; er wirdEuch sagen, daß von uns nichts Wesentliches verabsäumt wurde.Mit demüthiger Einfalt und zerknirschtem Herzen haben wir ge-betet, gebeichtet, gefastet und die erforderlichen Sühnopfer gebracht.Wir kommen daher, um dieses Hochbegnadigte Kloster um einenDienst zu bitten, der, wie wir hoffen, einem Christen nicht ver-weigert werden wird."
Der Abt blickte überrascht auf, ließ aber der Sprecherin Zeit,fortzufahren.
„Es hat dem Himmel gefallen, ohne vorherige Warnung einenMenschen abzurufen, der uns theuer war," nahm Ulrika mit einemabermaligen furchtsamen Blick auf ihre Begleiterinnen wieder auf,„und wir möchten die Gemeinschaft unserer lieben Frau von Ein-fiedeln um ihr kräftiges Gebet für seine Seele bitten."
„Von welchem Alter war der Hingeschiedene?"
„Gott hat ihn abgerufen in früher Jugend, hochwürdiger Abt."
„In welcher Weise ist er zu seinem Ende gekommen?"
„Durch eine plötzliche Kundgebung der Gewalt des Himmels."
«Starb er im Frieden mit Gott und der Kirche?"
„Vater, sein Ende war plötzlich und verhängnißvoll. Niemandkann wissen, in welcher Gemüthsstimmung er sich befand, als ihnder schreckliche Augenblick ereilte."
„Aber lebte er nach den Vorschriften unsres Glaubens? Du