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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
405
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Aber dies ist freche Empörung gegen alles kirchliche Ansehen,und dreiste Vcrläugnung der Lehre."

Das Erster? kann allerdings nicht in Frage gestellt werden;aber doch scheint man in unserm Deutschland Lust zu haben, cSdarauf ankommen lassen zu wollen. Was indeß die Lehre betrifft,gelehrter Rüdiger, so bringst Du hier einen Satz zur Sprache,der Ähnlichkeit hat mit de» Glocken eurer Klosterihürme esgiebt darin endlose Abwechslungen vom einfachen Metienglöckleinan bis zu de» vollen Akkorden des ganzen Geläutes."

Ei, hochwürdiger Bonifacius, Du behandelst einen ernstenGegenstand mit sehr unehrerbietiger Leichtigkeit. Wenn wir der-artige Neuerungen dulden sollten, so wäre es bald mit aller Zuchtzu Ende, und es wundert mich, daß ein hochgestellter Priester siealso beurtheilen kann."

.Du thust mir Unrecht, Bruder, denn was ich sagen will, istin vollem Ernste gesprochen. Der Geist des Menschen ist so feinund sein Zweifel, wenn er einmal begonnen hat, so rastlos, daßich mir keinen Schluß denken kann, für den ein gewitzter Kopfnicht Gründe aufzufinden im Stande wäre, sobald einmal dieSchranke kirchlicher Zucht fällt. Ist es Dir nie ausgefallen, hoch-würdiger Rüdiger, daß man von Anbeginn einen großen Jrrthumbeging, als man alle unsere Verordnungen zu Leitung der menschlichenGesellschaft gründete, mochten sie nun auf religiöse oder bloS zeitlicheDinge Bezug haben?"

Du stellst diese Frage an einen Mann, der daran gewöhntist, an seine Oberen mit Achtung zu denken."

Ich spreche nicht von unseren Oberen oder ihren persönlichenEigenschaften, sondern will nur sagen, daß unsere Thcorieen sich zuoft mangelhaft erweisen, indem man sie früheren Gebräuchen anpaßte,während meiner Ansicht nach in einer wohlgeordneten Welt dieTheorie vorangehen und die Praxis sich nach ihr gestalten sollte."

Dies hätte für den angehen können, welcher den Garten Eden