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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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der Bischöfe entnehmen können, wahr ist, so stellt diese lutherischeSpaltung einen bleibenden Nachtheil in Aussicht."

Bonifactus, dessen Geist weit tiefer in die Zukunft «indrang,als derber meisten seiner College», hörte diese Bemerkung mit düstererMiene an und brütete über den Bildern, die ihm seine lebhafte Ein-bildungskraft vergegenwärtigte, während der Abt von Einsiedeln dasSpiel seiner derben Züge mit spähender Thetlnahme beobachtete.

Du hast Recht, durchlauchtiger Abt," entgegnete endlich derElftere.Die Zukunft sowohl, als die Bergangenheit bieten unsernstliche Lehren, wenn eS nur möglich wäre, sie in augenblicklichenVortheil umzuwandeln. Alles, was wir auf Erden sehen, zeigtuns, daß jedes Geschöpf in seine Urstoffe zerfällt, wenn der Zweckseines Daseyns erfüllt ist. Der Baum hilft die Erde vermehren,die einst seiner Wurzel Nahrung bot; der Fels wird wieder zudem Sande, aus dem er entstand, und selbst der Mensch kehrt zumStaube zurück, welcher beseelt wurde, damit er lebe. Können wirdaher erwarten, daß unsere Abteien oder die Kirche selbst in ihrendermaligen zeitlichen Organisationen für immer bestehen werden?"

Du hast wohl gethan, Deinen Worten durch den Zusatzzeitlich" die geeignete Bedeutung zu geben, guter BonifaciuS,denn wenn auch der Körper zerfällt, so bleibt doch die Seele übrig,und das Wesen unseres Kirchenverbands besteht in seinem geistigenCharakter."

Höre mich an, hochwürdiger und durchlauchtiger Rüdiger.Geh' hin und befrage Luther über die Spitzfindigkeiten seinesGlaubensbekenntnisses in Betreff dieses Punktes, so wird er Dirsagen, daß er an die Wanderung der Seelen glaube daß erdiesen geistigen Charakter nur in einem neuen Gewände festhalte und daß der unvergängliche Theil des Menschen sich nur einerLast entäußere, die ihm zu schwer geworden setz, wenn der alteLeib dem Grabe überantwortet werde."