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„Und dem weinenden Mädchen selbst, hochwürdiger, heiligerund fürstlicher Abt — wenn Ihr so wollt, auch dem Bürger-meister, denn zeitenweise diene ich in der That der ganzen Familie."
„Kannst Du uns die Geschichte ihres Grames miltheilen?"
„Nichts ist leichter, gnädiger Herr Abt. Erstlich ist sie jungund dies ist ein Alter, in welchem wir uns grämen oder freuen,ohne viel Grund für das eine oder für das andere zu haben; dannist sie ein einziges Kind, und dieser Umstand ist wohl geeignet, denGeist durch Verzärtelung zu schwächen; ferner ist sie schön, unddies verlockt oft das Herz zu unterschiedlichen Eitelkeiten, darunterohne Zweifel auch znm Kummer; außerdem hat sie wunde Füße —an sich schon ein bitterer Schmerz; und zuletzt bereut sie sehr jenearge Sünde, von der wir noch nicht gereinigt sind, und die, wennsie nicht vergeben wird, vielleicht unter anderen Vermächtnissenihres Vaters sich auch auf sie vererbt."
„Schon gut, lege Deine Gabe nieder und beuge Dein Knie,damit ich Dich segne."
Ilse that, wie ihr geheißen wurde, und entfernte sich sodannunter vielen Reverenzen. Nachdem sich hinter der Alten die Thüregeschloffen hatte, verließ BonifaciuS mit seinem gefürsteten College»die Sakristei, dem Mönche die Obliegenheit anheim gebend / diereichen Gaben aufzubewahren, die den Schatz von Einsiereln sofreigebig vergrößert hatten.
Sechsundzwanzigstes Kapitel.
— »O Israel, sind diese MännerDie mächt'geii Herzen, deren Du erwähntest?'
Byron.
Der Character der beiden Prälaten hatte außer den Eigen-schaften, welche die nothwendige Folge ihres gemeinsamen Amtes