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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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die Sakristei geschloffen wurde, so blieb die Scene, die nun folgte,nicht länger dem Auge der Unberufenen preisgegeben.

Du bist Emich, Graf von Hartenburg-Leiningen," sagte derPrälat, der den Adeligen trotz seines geringen Anzugs auf denersten Blick eines Auges, das daran gewöhnt war, seines Gleichenzu erkennen, aufzufinden wußteund erscheinst vor unserem Hei-ligthum als Reuiger wegen des Unrechts, mit welchem Du dieKirche und Gott beschimpft hast?"

Ich bin Emich von Leiningen, hochwürdiger Abt."

Wie, Du erkennst die Abficht Deines HicrseynS nicht an?"

Und ein Reuiger" mit Bitterkeit fügte er jedoch in gei-stigem Vorbehalt die Worte beidarüber, daß ich hier bin."

Der Abt betrachtete ihn strenge, da ihm die widerspenstigeZunge des Büßers durchaus nicht gefallen wollte. Dann nahm erBonifaciuS bei Seite, berieth sich einige Minuten mit ihm undkehrte endlich wieder zu den Pilgern zurück, in seiner Anredefortfahrend:

Du bist jetzt in einem Lande, das noch nicht auf die Stimmeder Ketzerei gehört hat, Herr von Hartenburg, und würdest gutthun, Dich Deines Gelübdes und Deines Zweckes zu erinnern. HastDu etwas zu sagen?"

Emich öffnete langsam seine Pilgertasche und suchte unterderen spärlichem Inhalt die Opfergabe.

Dieses Crucifir erhielt ein Edler meines Hauses, als er aneinem Kreuzzuge Theil nahm. Du siehst, hochwürdigster Abt, erist von Jaspis und ermangelt auch nicht anderer werthvoller Zugaben."

Der Abt verbeugte sich in der Weise eines Mannes, der gleich-gültig ist gegen den Werth eines Geschenkes, und winkte den»Schatzmeister, es in Empfang zu nehmen. Dann trat eine kurzePause ein.

Dieses Rauchfaß war die Gabe eines viel ärmeren Edelmanns