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„Wenn Ihr so sprechen könnt, hochgeborner Emich, was mußwohl ein Mann sagen, der bei der Sache außer seiner eigenenPerson auch Weib und Kind auf'S Spiel gesetzt hat? Wir hättenWohl klüger gethan, uns mit den Vortheilen, die wir hatten, zubegnügen und weniger vom Himmel zu begehren, da der geringsteAntheil an ihm natürlich besser seyn muß, als das Beste, dessen wirauf Erden gewöhnt sind. Bemerkt Ihr, edler Graf, in welch'freundlicher Weise BonifaciuS uns von Zeit zu Zeit betrachtet?"
„Seine Gunflbezeugungen entgehen mir nicht, Heinrich —doch gib Dich zufrieden; wir werden mehr erfahren, wenn dieVesper zu Ende ist."
Zetzt übte wieder jene merkwürdige Stimme ihre besänftigendeGewalt. Der Sänger war von BonifaciuS, dem er jetzt nutzloswar, dem Kloster Einstedein als eine Gabe zum Geschenk gemachtworden, die ihm große persönliche Gunst sichern sollte—ein Zweck, derdamit auch erreicht ward; denn unter all den Brüderschaften, welche ihrLeben dem Dienst der Kirche weihten, traten gar oft die verschiedenenGrade der Bortrefflichkeit solcher Ausführungen oder die Schaustellunggrößeren äußeren Reichthums in Verzierung ihrer Heiligthümer andie Stelle eines edleren Weiteifers in Frömmigkeit und Selbstver-läugnung. Sobald die Feierlichkeit vorüber war, näherte sich einBruder dem Pater Arnolph und flüsterte ihm einige Worte zu,worauf Letzterer, von den Wallfahrern begleitet, sich nach der Sa-kristei begab; denn eS war Allen — sogar der zitternden Meta —untersagt, Erfrischung oder Ruhe zu suchen, ehe sie eine anderewichtige Pflicht erfüllt hatten.
Die Sakristei war leer, und sie warteten geduldig, währenddie Musik der Orgel den Rückzug der Procession ankündigte. Nacheinigem Zögern that sich eine Thüre auf, und der Abt von Ein-fiedeln trat mit BonifaciuS ein. Sie hatten nur noch den Schatz-meister der Abtei bei sich, und da unmittelbar nach ihrem Erscheinen