der Tracht und den Ceremonien der heidnischen Priester geerbt undbehalten es noch in den protestantischen Kirchen bei, da kein hin-reichender Grund für deren Verbannung vorhanden ist, so lange siedie Würde des Gottesdienstes unterstützen, ohne seine wahre Ab-sicht zu schwächen. Die Heiden selbst leiteten viele solcher Bräuchevon Leuten ab, die man uns als Männer bezeichnet, welche inunmittelbarem Verkehr mit Gott standen und daher der Annahmezufolge am besten wissen mußten, in welcher Meise menschliche An-betung dem Lenker des Weltalls am angenehmsten war.
In den Vereinigten Staaten ist der KatholiciSmuS in seinerbeschränkten und populären Bedeutung nicht mehr katholisch, soferner in einer so geringen Minderzahl steht, daß er keinen merklichenEinfluß auf die Ansichten und Gebräuche des Landes üben kann.Die äußeren Symbole, die Processionen und alle die eigenthümlichenCeremonien der römischen Kirche beschränke» sich auf die Gottes-häuser, und das Auge trifft selten oder nie außer den Mauern der-selben auf ein Merkzeichen ihres VorhandenseynS. In Europa jedochist der Fall ganz anders, besonders in den Ländern, in welchen dergeistliche Scepter des Kirchenoberhauptes noch nicht durch zufälligeWechsel, die aus politischen Umwälzungen entstanden, oder durchandere gewaltig wirkende Ursachen unterbrochen wurde. Das Cru-cifir, die Lanze, der Schwamm, der Hahn und die Nägel sind anden Krcuzstraßcn aufgerichtet, und an mancher Quelle, oder aufdem Gipfel irgend eines ermüdenden Berges sieht man Kapellen,die der heiligen Jungfrau geweiht find, während man die gewöhn-lichen Symbole der Erlösung an den Landstraßen zerstreut findet,wo sie etwa die Stelle eines plötzlichen Todesfalles oder den Schau-platz eines Mordes bezeichnen.
In keinem Theil der andern Hemisphäre sind diese Merkzeicheneines gläubigen Eifers gewöhnlicher, als in den katholischen Kan-tonen der Schweiz. Man findet daselbst unter den zackigen Felsendes Landes noch häufig Einsiedeleien, in deren Nähe man gewöhn-