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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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lich eine Art kleiner Kapellen fleht, welche gemeinhinStationen"genannt werden. Dies sind an den Wegen aufgerichtete Tabernakel,und jeder enthält die bildliche Darstellung eines der zwölf LeidenChristi. Aehnliches bemerkt man an der Seite des Vesuvs, wo stedas herrliche Meer und die Ufer dieses unvergleichlichen Landesüberschauen auf den kahlen Einöden des Apennins oder in pracht-vollen Hainen versteckt, wie ihnen der Zufall eben eine Stelle an-weisen mochte. In einigen Thälern der Schweiz punktiren diesekleinen Kapellen die Bergabhänge auf große Strecken hin und zeigendurch Zickzacklinien und weiße Mauern den Pfad an, der von einemunten liegenden Dorfe zu irgend einem Heiligthume führt, welchesvielleicht auf dem Gipfel eines nackten Felsens oder auf einem Aus-läufer der nächsten Gebirgskette steht.

Einstedeln besaß die gewöhnliche Anzahl derartiger Stationen,welche an dem Wege gebaut waren, der nach dem Zürcher Seeführte. Die Bilder waren in der gewöhnlichen Weise gehaltenund stellten je einen der großen Leidensmomente bar, welche derKreuzigung vorangingen; auch hatten ste inSgesammt Stellen ausden Evangelien, welche die Andacht des frommen Wallfahrers zuheben geeignet waren, zu Inschriften. Hier begannen die Pilgerin der Regel die dem Gnadenorte eigenthümliche Gottesverehrung,und eine dieser Stellen war eS auch, wo der Prior seine Begleitererwartete.