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einem unschuldigen Theilnehmer an der Zerstörung von Limburggemacht, so wäre mir auch diese Schmach erspart geblieben."
„Wie? Nennst Du eine Wallfahrt und das Gebet vor, einemHeiligthum eine Schmach, — Du, ein Diener der Kirche?"
„Tapferer Ritter, ich spreche mit Dir als mit einem Kameraden,der Einsicht besitzt und mit dem ich von vielen Tagen her, welche unszum Theil in mühsamer Wallfahrt entschwunden sind, bekannt bin.Du keimst die Beschaffenheit der Welt und die verschiedenen Be-standthcilc, aus denen die bürgerliche Gesellschaft zusammengesetztist. Wir haben Lehren für alle, aber die Anwendung muß eineMilderung erleiden, gleich den Arzneien für einen Kranken. DieWallfahrten sind gut genug für den Bauern, den Bürger odermeinetwegen auch noch für den Landedclmann; aber in den großenStädten wird ihr Werth sehr in Zweifel gezogen — es müßte sichdenn irgend eine Hoffnung für die Zukunft darein mischen. Bußenfür Handlungen übrigens, die bereits vollbracht find, halten wirfür «ine Sache, in der mehr geleistet wird, als nöthig ist."
„Bei meinem Degen, derartige Ansichten waren in Rhodusnicht üblich; denn alle Vorschriften der Kirche wurden dort sehrgeachtet und fanden keinen Widerspruch."
„Dergleichen religiöse Uebungen waren also bei euch an derTagesordnung, Herr Ritter?"
„Ich will nicht gerade sagen, daß wir ihnen Folge gaben,aber doch wurde ihre Zweckmäßigkeit nie angefochten. Du kennstden Unterschied zwischen der Reinheit einer Lehre und der Art, wiesie sich in der PrariS zu gestalten pflegt, Herr Abbe?"
„Ohne Zweifel. Wollten wir den Edeln eine Beobachtungaller Vorschriften und Anforderungen einer strengen Theorie auf-bürden, so müßten zahllose Unbequemlichkeiten daraus entspringen.Wäre eS möglich gewesen, unter dem üblen Gerüche meines unglück-lichen, aber ganz zufälligen Besuchs bei unserem Wirlhe, dem Grafen,meinen geistlichen Charakter ohne Unbequemlichkeit beizubehalteu, so