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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Dir einbildcst, sie ließen sich ein so plötzliches Zügeln gefallen.Wir sind von hohem Blute, Roß und Reiter, und müssen freienZug haben, wenn einmal die Sporen eingelegt sind!"

GS war unser eifriger Wunsch, hochgebvrner Emich, EuchEhre zu erweisen und die Thore so schnell öffnen zu lassen, als eSnur geschehen konnte. Zu diesem Ende waren wir eben im Begriffdie nöthigen Befehle zu ertheilen, als wir so plötzlich mit Eurergnädigen und herablassenden Gesellschaft beglückt wurden. Wirzweifeln nicht, daß der.Wachhauptmann bedachtsam zu Werke gingund in guter Absicht und auf eigene Verantwortung hin that,was ihm schleunigst durch unsere Befehle geboten worden wäre."

Bei Gott, die Sache verhält sich anders," antwortete Emichlachend.Unsere Ungeduld war stärker, als eure Riegel, und damitnicht dasselbe Versehen ein andermal die Unbequemlichkeit erneuere,fanden wir Mittel, ohne Umstände einzureiten."

Die Bürger verriethen im Allgemeinen große Verwirrungund Heinrich Frei blickte überrascht auf. Der Graf bemerkte, daßer für den Augenblick genug gesagt hatte, weßhalb er eine gnädigereMiene annahm und in einem anderen Tone fortfuhr:

Wohlan, meine lieben Bürger," sagte er,wir haben eineglückliche Woche, da nun alle unsere Wünsche erfüllt sind. DieBenedictiner sind vertrieben, das Jägerthal lebt im Frieden undunter dem Scepter seines rechtmäßigen Herrn, und doch geht dieSonne nach wie vor auf und unter; der Himmel lächelt uns, derRegen ist eben so erfrischend, und alle unsere Hoffnungen sind sowohlbegründet, wie vorher. Es wird kein Wunder zu ihren Gun-sten statthaben, Herr Frei, und wir können uns ruhig zum Schlafenniederlegen."

Dieß dürfte mehr von Andern, als von uns abhängen. ESsind Gerüchte in Umlauf, die nicht erfreulich klingen, und unsereehrlichen Mitbürger sind in Sorge, ob sie, nachdem sie ihren Vor-