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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Besuchs. Emich trat mit dem zuversichtlichen Tritte eines Oberenund mit umwölkter Stirne in den Saal. Nachdem er den RathS-herrn für ihre Begrüßungen durch eine Verbeugung gedankt hatte,Winkte er seinem bewaffneten Gefolge, an der Thüre zu warte»,und ging nach dem Sitze hinauf, den Heinrich eine Weile vorherverlassen hatte und der tm eigentlichen Sinne der Thron von Dürk-heim war. Seine schwere Gestalt mit der Miene eines Mannes,der an dergleichen Auszeichnungen gewöhnt ist, in dem Sessel nie-derlaffend, verbeugte er sich abermals und machte eine Geberde mitder Hand, welche die Bürger als eine Einladung deuteten, daß siegleichfalls Platz nehmen sollten. Mit zweifelhaften Mienen fügtensich die eingcschüchterten Rathshcrrn darein und nahmen die Er-laubnis!, die sie kürzlich selbst noch als eine Artigkeit zu erweisen bereitgewesen waren, als eine Gunst. In den Zügen des Bürgermeistersdrückte sich lleberraschung aus; da er jedoch daran gewöhnt war,seinem edlen Freunde hohe Achtung zu erweisen, so erwiederte er dieVerbeugung und das Lächeln denn letzteres galt vorzugsweiseihm und nahm den zweiten Sitz ein.

ES war nicht wohlgethan, meine ehrenwerthen Bürger, sogrob die Thorc vor mir zu schließen," begann der Graf.Esgibt Rechte und Ehren, die zu allen Stunden und Tageszeitenrespektirt werden sollten, und ich wundere mich, daß die Dürkheimersich dies durch einen Grafen von Leiningen sagen lasse» müssen.Man ließ mich und mein Gefolge draußen warten, als wären wirein Haufen wandernder Zigeuner oder eine von den freien Banden,die ihre Lanzen und Arkebusen an den Meistbietenden verkaufen."

Es hat vielleicht eine kleine Zögerung stattgefunden, HerrGraf," entgegnete Heinrich Frei.

Eine kleine Zögerung, Bürgermeister? Nennst Du es einekleine Zögerung, wenn ein Edler von Leiningen, unter Staub undHitze keuchend, mitten in einem Troß »lässiger Gaffer da stehen soll?Du kennst das Feuer unserer Rosse nicht, Herr Frei, wenn Du