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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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als eine Stunde bauerte, in einer feuchten holländischen Kircheeifrig mitanhörten, obschon wir vom Tert an bis zum Segenkeine Silbe verstanden.

Recht gelehrt und ohne Frage auch mit gebührender Artigkeitabgefaßt!" rief Heinrich Frei, als das Schreiben zu Ende gelesenwar und der Beamte eben seine Brille wischte, um das Dokumentdurch eine Ucbersetzung zum allgemeineren Verständniß bringen zukönne».Gewiß ist es ein schöner Kampf, Nachbarn, wo zwischenden streitenden Parteien eine solche Sprache geführt ist) denn siebeweist, daß die christliche Liebe stärker ist, als der Groll und daßman die Vernunft nicht aus dem Gesichte verlor, weil Schlägegefallen sind."

Selten habe ich wackrere Worte gehört," bemerkte ein ande-rer Ralhsherr.Der Aufsatz ist meisterhaft."

Potz Tausend," murmelte der Schmied,es ist ja fast Sünde,Leute aus ihrem Eigenthum gejagt zu haben, die so schreibenkönnen."

Ein Gemurmel des Beifalls lief durch die Menge, und mitAusnahme eines einzigen gaffenden Tölpels, der sich in den Saalgestohlen hatte, war auch nicht ein Mensch vorhanden, der nichtdergleichen gelhan hätte, als mache ihm die Mittheilung mehr oderweniger Freude. Aber auch der vorerwähnte Maulaffe fing seinenAntheil am Vergnügen ab, denn durch die bloße Macht der Sym-pathie tauchten auch in ihm die Entzückensblicke auf, die hier sonachdrücklich und allgemein zu leuchten schienen.

Ludwig begann nun das Schreiben in das rauhe, kräftigeDeutsch, wie es am Rheine gesprochen wurde, zu übertragen. Diewunderbare Schmiegsamkeit der Sprache befähigte ihn, die Allge-meinheiten und die inhaltsvollen Ausdrücke des Lateins mit einerSchärfe zu übersetzen, welche auch nicht einen Schatten von derwahren Bedeutung verloren gehen ließ.

Was die Mönche gemeint hatten und vielleicht sogar nochDie Heldcnmauer. 23