Limburg bot eines von jenen traurigen, wehmüthigen Beispielenverübter Gewaltthätigkeit, welche noch immer über den Boden deralten Welt hingestreut sind gleich eben so vielen Mahnzeichen andie Auftritte, durch welche die Völker zu ihrem gegenwärtigen Zu-stand von beziehungsweiser Sicherheit gelangt sind — Zeichen, dieeine eben so nützliche Lehre für die Zukunft geben, als sie reichsind an Bildern der Vergangenheit.
Die äußere Mauer stand noch unbeschädigt da, das einzigeHauptportal ausgenommen, welches die unauslöschlichen Merkmaleder Schmiedehämmer an sich trug; aber hinter dieser Schrankeentfaltete sich das Werk der Verwüstung in Zügen, die sich nicht«erkennen ließen. Jedes Dach — und es mochten ihrer wohlfünfzig gewesen seyn — war eingestürzt; die Wände der Gebäudestanden schwarz und wankend da — nicht ein einziger Thurm ragtemehr gen Himmel, ohne Merkmale von der Weise an sich zu tragen, wiedie Flammen an seinem schlanken Schaft hinaufgeleckt halten. Daund dort kräuselte sich ein dünner Faden weißen Rauches in dieHöhe und verlor sich in der Luftströmung, ähnlich den Erscheinun-gen, die man an einem Vulkane bemerkt, wenn er nach dem Aus-bruche seine Gewalt erschöpft hat. Ein kleines Crucifir, welchesdie Volkssage für hölzern erklärte, vbschon es in Wahrheit auseinem angestrichenen Steine bestand, behauptete noch immer seinenPlatz auf einem Giebel der verwüsteten Kirche, und mancher Bauerrichtete sein stummes Gebet danach hin, im festen Glauben, Gotthabe dieses Bild des geopferten Menschensohnes während derSchrecken jener unvergeßlichen Nacht in seine besondere Obhutgenommen.
In dem Schlosse und dessen Umgebung ließen sich die gewöhn-lichen Merkmale mißtrauischer Wachsamkeit blicken, wie man sieetwa bei Solchen findet, welche fühlen, daß sie durch ihre Hand-lungen der bestehenden Gewalt verfallen sind. Die Thore warengeschloffen, die Schildwachen auf den Mauern und Basteien