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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Und in demselben Augenblicke, in welchem der Rhodiser Ritter -durch das große Portal stürzte, fiel ein Theil des brennenden Da-ches auf das Pflaster nieder und streute seine Kohlen gleich fun-kelnden Sternen umher.

Berchthold! Berchthold!" erscholl der Ruf aus hundert Kehlen.

Komm zurück, voreiliger Knabe!" rief Emich mit einerStimme, in welcher die Todesangst mit dem Getöse des Bran-des kämpfte.

Berchthold schien wie festgebannt zu sehn. Er blickte erschüt-tert auf den Mönch und eilte dann wieder nach dem Altar zurück.Ein schauerliches Geächze, ähnlich dem LoSreißen eines Schneeber-ges, der in einer Lawine niederstürzen will, schlug an das Ohr.Dieselben Männer, welche kurz zuvor heraufgekommen waren, festentschlossen zu einem blutigen Werke, stießen nun entsetzte Seufzeraus bei dem Anblicke der Gefahr ihrer Mitmenschen; denn wasauch in Augenblicken der Aufregung geschehen mag immerhinliegt in der Menschennatur ein Mitgefühl verborgen, das zwar durchUmstände erstickt werden, aber doch nur mit dem Tode völlig er-löschen kann.

Komm heraus, junger Berchthold! Komm heraus, meinwackerer Förster," übertönte die Stimme des Grafen das Geschreider Menge, als wolle er sein Gefolge mit einem Schlachtrufesammeln.Er geht zu Grunde mit diesem elenden Mönch derJunge ist toll!"

Man sah Berchthold mit dem Benedictiner ringen, obschonNiemand wußte, was zwischen ihnen vorging. Ein abermaligesKrachen folgte, und das ganze Pflaster begann von gefallenenBränden zu erglühen. Dann stürzten Querbalken und das sichzerstreuende Feuer deutete auf ein Ende. Das Innere der Kircheglich dem Feuerregen, der gewöhnlich eine römische vlranäol»schließt und die Erde erbebte von dem Einsturze des massiven Ge-bäudes. ES gibt Schreckensscenen, bei denen nur wenige mensch-